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Totale Kehrtwend?

radtlos 17. Sept. 2026

Die Stelle wurde in einem anderen Eintrag bereits diskutiert. Die Stadt Luzern hat empirisch festgestellt, wie viel Durchgangsverkehr hier stattfindet und die Kinder/Fussgängerinnen und Velos gefährden. Dann kommt Widerstand und alles wird über den Haufen geworfen?

Verhältnismässigkeit: Milderes Mittel wäre ganz einfach das generelle Fahrverbot zu ersetzen durch ein Fahrverbot mit Ausnahme Anstösser/Anwohner. Oder mindestens die Begegnungszone mit 20km/h einzuführen mit entsprechend Verkehrsberuhigenden Massnahmen.

Vielen Dank, jetzt werden die Kinder und Velos in diesem Abschnitt weiterhin täglich gefährdert. Stellt euch in am Abend und schaut mal wie dort Autos über die Schwelle brettern, die Kurve schneiden und über den Fussweg fahren...

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3 Kommentare

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voltshift

17. Sept. 2026

Offenbar haben auch andere Anwohnende Vorbehalte gegenüber dieser Umsetzung. Ich habe allerdings den Eindruck, dass hier sehr stark aus der eigenen Perspektive argumentiert wird.
Sollte die geplante Umsetzung tatsächlich kommen, könnte ich mir vorstellen, dass schon bald die nächsten Beschwerden folgen. Dann sind es die schnellen E-Bikes, Lastenvelos oder andere Nutzende des Freigleises, die plötzlich als Problem wahrgenommen werden. Wurde das bedacht? Diese sind übrigens grossteils nur Durchgangsverkehr von Horw/Kriens Richtung Bahnhof.

Wer maximale Verkehrsruhe sucht, findet diese in der Regel eher in einem anderen Wohnumfeld als mitten in einem städtischen Quartier. Für mich wirkt die Forderung deshalb etwas zu stark aus der persönlichen Betroffenenperspektive betrachtet. Eine gute Verkehrslösung sollte nicht nur für die Menschen direkt an einer Strasse funktionieren, sondern für das gesamte Quartier und idealerweise für die ganze Stadt. Entscheidend ist nicht, wo der Verkehr verschwindet, sondern ob er insgesamt sinnvoll und verträglich organisiert wird.

voltshift

17. Sept. 2026

Ich verstehe die Sorge um die eigenen Kinder. Jeder möchte, dass der Schulweg sicher ist und niemand vor der Haustür unnötigen Verkehr hat. Trotzdem sollte man auch sehen, dass Verkehr nicht einfach verschwindet.

Wenn die Moosmattstrasse gesperrt wird, lösen sich die Autos nicht in Luft auf. Sie fahren dann einfach über andere Quartiere und andere Wohnstrassen. Die Belastung wird also nicht reduziert, sondern verlagert. Genau deshalb wirkt die Forderung nach einer Totalsperrung auf mich etwas einseitig. Man möchte verständlicherweise weniger Verkehr vor der eigenen Haustür, nimmt aber gleichzeitig in Kauf, dass andere Anwohner dadurch mehr Verkehr erhalten. Dabei hat sich die Situation in diesem Quartier in den letzten Jahrzehnten bereits massiv verbessert. Wer sich noch an die Zeiten der Bahnlinie erinnern kann, weiss, wie viel ruhiger und lebenswerter das Gebiet heute bereits geworden ist. Das wird in solchen Diskussionen oft ausgeblendet. Ich bin absolut dafür, den Schleichverkehr zu reduzieren. Ein Fahrverbot mit Ausnahmen für Anwohner, Zubringer und Anstösser wäre für mich eine vernünftige Lösung. Auch eine Begegnungszone mit Tempo 20 und zusätzlichen Verkehrsberuhigungen könnte ich unterstützen. Was ich nicht nachvollziehen kann, ist die Forderung nach einer Komplettsperrung, während gleichzeitig an anderer Stelle immer mehr Velofahrende auf die wirklich gefährlichen Achsen wie Obergrundstrasse, Horwerstrasse, gelenkt werden. Dort finden die tatsächlichen Konflikte statt.

Wenn die Stadt schon empirische Daten erhebt, wäre es viel interessanter zu untersuchen, wie viele Velofahrende an diesen Brennpunkten täglich gefährdet werden. Dort entscheidet sich nämlich, ob Menschen das Auto stehen lassen und aufs Velo umsteigen. Am Ende muss man sich auch die grundsätzliche Frage stellen: Wer mitten in der Stadt wohnt, wird nie dieselbe Verkehrsruhe haben wie in einem abgelegenen Wohnquartier oder am Dorfrand. Das gehört zu den Vor- und Nachteilen einer zentralen Wohnlage. Deshalb sollte die Lösung nicht darin bestehen, den Verkehr einfach zum nächsten Quartier zu schicken, sondern ihn möglichst verträglich für alle zu organisieren. Genau dafür wären verhältnismässige Massnahmen wie Tempo 20, Anwohnerregelungen oder Verkehrsberuhigungen deutlich besser geeignet als eine Totalsperrung.

radtlos

17. Sept. 2026

Vielen Dank für die differenzierte und sachliche Argumentation. Ich kann mir gut Vorstellen, dass viele Anwohnende sowie die Schulkinder und Freigleisnutzer:innen bereits mit einer Begegnungszone inkl. Vortritt für Freigleis sehr glücklich wären.